21.7.06

Die Große Benderweb-Karriereplanung - Teil 2

Meine Ex-Chefin ist mittlerweile Mutter, und ich noch immer eher ahnungslos, was Jobs angeht. In den 20er Jahren wollte mich jedenfalls keiner haben. Also mein nächster Vorschlag:

Männlicher Stripper


Was mich dazu qualifiziert: ich bin zweifellos ein hervorragender Tänzer, und mein Luxuskörper spricht ja wohl für sich. Und wie man dem Bild entnehmen kann, könnte ich sofort einige annähernd so charismatische Background-Tänzer rekrutieren - also was will frau mehr? Abgesehen davon habe ich auch schon mal eine Uniform angehabt und wieder ausgezogen.

Die Vorteile: Ich bekomme mein Gehalt nicht aufs Bankkonto sondern direkt in die Unterwäsche, und mehr Enthaarungswachs als ich essen kann. Jede Menge Groupies nicht zu vergessen, und jede Menge Party-Einladungen. Meine Arbeitskleidung wäre wesentlich luftiger als die momentan gefragte Anzug / Krawatten-Kombination, was sich im Sommer schon auszahlt, und die Klienten würden mir sogar mit Euros Luft zuwedeln.

Die Nachteile wiederum: meine Groupies wären so um die Ende vierzig, und die meisten Frauen, die ich kennen lernen würde, würden am nächsten Tag heiraten. Enthaarungswachs schmeckt nicht nach Honig, auch wenn es so ähnlich aussieht (zumindest nehme ich das an, ich hab noch nicht gekostet. Hat da wer Erfahrung?). Wenn ich richtig dick verdienen möchte, muss ich meine Unterwäsche ausziehen und hab wieder keinen Platz für mein Geld - eigentlich interessant, wie machen Stripper denn das? Ach ja, und: mancghmal ist halt leider auch Winter. Aber da gibt's Traditionell auch weniger Parties...

19.7.06

Zurück in Wien. Ich dachte ja wirklich, ich könnte den Blog vom Urlaub aus updaten. Naja, weit gefehlt.

Die letzten zehn Tage waren aufregend, anstrengend, aufwühlend, prägend, ereignis- und erfahrungsreich und ganz und gar asfrugatisch. Wären die letzten Tage ein Tier, wären sie ein Schnabeltier: vielseitig, sehr, sehr seltsam, aber eben auch lustig und irgendwie süß.

Was ich in den letzten zehn Tagen alles gemacht habe: einen Berg bestiegen und als erster oben angekommen. Gelernt was Zoola ist (Zoola ist das gemütliche Abhängen nach einem harten Tag oder auch einer langen Nacht. Musik, Plaudern, Spiele und Knotzen sind essentielle Bestandteile jeder Zoola. Zoola ist cool!). Viel Gitarre gespielt und gesungen. Ganz viele Menschen umarmt. In meinem eigenen Zimmer neben meinem Bett im Schlafsack geschlafen. Meine Meinung über Israel geändert.

Was ich nicht getan habe: genug geschlafen. Genug Menschen genug umarmt. Geraucht. Einen neuen Hut gekauft. Ein Schnabeltier gesehen.

Jetzt gerade höre ich israelische Musik und kann es noch nicht ganz fassen, dass die 25 Leute, mit denen ich diese Zeit verbracht habe, alle wieder über Österreich und den nahen Osten verteilt sind. Wer uns gestern auf der Abschiedsparty besucht hat, hat vielleicht einen vagen Eindruck davon, wie es mir gerade geht. Sehr komisch.

Ich schätze, all die Erfahrungen kommen dann in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder mal hervor. Ihr werdet es also live erleben, wie ich auf Einzelheiten eingehe.

lg Ben

9.7.06

Lange Pause, ich weiß. Aber nachdem ich gefeiert wurde, meine eigene Benderweb-Torte bekommen habe (Bilder folgen hoffentlich), und meine Kater (plur.) ausschlafen konnte, geht es jetz kurz mal seriös weiter. Ich habe nämlich Israelis. Zur Betreuung über. Die Suchen hier in Österreich nach ihren familiären Wurzeln.

Heute Vormittag kam Michail als erster an. Und durch Zufall trafen wir im ehemaligen Wohnhaus seiner geflüchteten Großeltern gleich am ersten Tag unserer Spurensuche eine ältere Dame, die seine Vorfahren noch kannte.

Außerdem half Michail uns, ein Willkommensplakat für seine morgen ankommenden LandsmännerInnen zu malen. Ebenso halfen uns eine Anzahl Kinder, die in dem Park, in dem wir das Kunstwerk anfertigten, spielten. Die Pointe: deren Eltern wären vielleicht garnicht so froh, dass ihre Kinder hebräische Willkommensgrüße malten.

Egal, morgen folgen weitere Neuigkeiten..